News
Projektantrag für die Ausschreibung Lehre Plus 2022 bewilligt
Zusammen mit M. Sc. Dipl.-Ing. Eva Hagen des Fachbereichs Architektur der TUK erhält Dr.-Ing. Dorina Strieth eine Förderung für das Vorhaben "Nachhaltige Fertigungstechnologien und multiple Anwendungsmöglichkeiten mit Hilfe von digitalen Werkzeugen" durch das Referat Qualität in Studium und Lehre der TUK im Rahmen des Förderprogramms "Lehre Plus 2022".
Der lokale Buntsandstein prägt das historische Stadtbild in Kaiserslautern, doch in aktuellen Bauprojekten spielt dieser nachhaltige Baustoff kaum mehr eine Rolle. Anknüpfend an die seit 2020 am Fachbereich Architektur (FBA) stattfindende Auseinandersetzung mit dem Material Sandstein soll im geplanten Seminar die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des in Kaiserslautern verbauten Sandsteins analysiert und dieses Material auf seine Zukunftspotentiale hin untersucht werden. Mittels Methoden der digitalen und experimentellen Fertigung versuchen wir nachhaltige und zeitgenössische Anwendungsfelder für den Stein zu identifizieren.
So fallen bei der Verarbeitung von Rohblöcken große Mengen Bruchsand an, welcher zurzeit nicht als Baumaterial eingesetzt werden. Das lokale Natursteinwerk Carl Picard stellt den Projektleiterinnen Bruchsand zur Verfügung. Dieser Bruchsand soll im Rahmen des Projekts charakterisiert und anschließend zur Herstellung von Biosandstein mittels Mikroorganismen genutzt werden. Die BioVT beschäftigt sich seit 2019 mit dem Thema der mikrobiologisch induzierten Calciumcarbonatfällung (MICP) zur Produktion von Biosandstein als nachhaltiges Baumaterial, unter anderem mittels eines neu entwickelten 3D-Druckverfahrens in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kristin de Payrebrune (CPE). Dabei werden in einem zyklischen Verfahren im Wechsel eine Zellsuspension (L1) und eine Calcinierungslösung (L2: Urea + Calcium) bestehend aus Harnstoff und Calcium aufgetragen, wobei durch den Stoffwechsel der Zellen Calciumcarbonatkristalle entstehen, die den Baustoff (z. B.: Sand) miteinander verbinden. Im Rahmen dieses Projekts soll getestet werden, ob sich Bruchsand zur Herstellung von Biosandstein eignet. Die experimentellen Untersuchungen sollen von Studierenden aus dem BCI-Studiengang im Rahmen von Forschungs- bzw. Abschlussarbeiten durchgeführt werden. Abschließend soll aus dem Bruchsand ein Modell nach dem Interlocking-Prinzip (siehe Abbildung) der von den Studierenden entwickelten architektonischen Elemente produziert werden. Die Ergebnisse sowie die Grundlagen der MICP zur Herstellung von Biosandstein sollen in der vertiefenden Vorlesung im Master BCI „Bioraffinerie“ integriert werden. Die Vorlesung soll zukünftig unter dem Namen „Nachhaltigkeit in der Bioverfahrenstechnik“ den Schwerpunkt auf nachhaltige und innovative Prozesse legen, die zum Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele beitragen können.