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DFG Graduiertenkolleg WERA bewilligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt das Graduiertenkolleg WERA an dem das Lehrgebiet BioVT mit einem Forschungsprojekt beteiligt ist.

Die Europäische Kommission führt eine Liste mit kritischen Rohstoffen, deren Verfügbarkeit es zu sichern gilt, um Wertschöpfungsketten zu stabilisieren. Phosphor ist einer dieser Wertstoffe. Da es in Europa kaum Phosphor-Quellen gibt, gewinnt die Rückgewinnung aus Abwasser an Bedeutung. Ein neues Graduiertenkolleg der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) will die verfahrenstechnischen Grundlagen schaffen, um Phosphor und weitere Rohstoffe aus Abwasserströmen und Klärschlamm zu erschließen und für industrielle Prozesse nutzbar zu machen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben die nächsten fünf Jahre mit über acht Millionen Euro. WERA hat in punkto Forschung zwei Ziele im Blick: Es geht darum, Phosphor rückzugewinnen und stofflich so aufzubereiten, dass er im Sinne des Kreislaufprinzips der Industrie wieder als Ressource zur Verfügung steht. Zusätzlich soll die Phosphor-Konzentration im Ablauf der Kläranlagen weitergehend reduziert werden, um unsere Gewässer vor Algenbildung zu schützen. Die Doktorandinnen und Doktoranden werden im Rahmen des Forschungsprogramms eine kombinierte Phosphor-Elimination und Phosphor-Rückgewinnung aus dem Abwasserstrom erarbeiten. Zum Einsatz sollen maßgeschneiderte Adsorbermaterialien kommen, an denen sich Phosphor-Verbindungen anreichern. Eine weitere Forschungsaufgabe dreht sich darum, die Grundlagen der Kristallisation bzw. Fällung zu untersuchen – Trennverfahren, mit denen die Rückgewinnung aus Klärschlamm erfolgen kann.

WERA verbindet die Forschungsexpertise von elf natur- und ingenieurwissenschaftlichen Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen Bauingenieurwesen, Chemie, Physik sowie Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der RPTU. Die über die Förderung finanzierten Doktorandenstellen werden in diesen Teams verortet. Start der Forschungsvorhaben ist Mitte 2024. 

Die Leiterinnen und Leiter der beteiligten Arbeitsgruppen im Überblick:

  • Prof. Dr.-Ing. Sergiy Antonyuk / Mechanische Verfahrenstechnik (Sprecher)
  • Prof. Dr. rer. nat. Sabine Becker / Anorganische Chemie
  • Jun.-Prof. Dr.-Ing. Fabian Jirasek / Maschinelles Lernen in der Verfahrenstechnik
  • Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Kleist / Technische Chemie
  • Prof. Dr. rer. nat. Stefan Kubik / Organische Chemie
  • Prof. Dr. rer. nat. Volker Schünemann / Medizinische Physik & Biophysik
  • Prof. Dr.-Ing. Heidrun Steinmetz / Ressourceneffiziente Abwasserbehandlung (stellvertretende Sprecherin)
  • Jun.-Prof. Dr.-Ing. Simon Stephan / Molekulare Thermodynamik
  • Prof. Dr. rer. nat. Werner R. Thiel / Anorganische Chemie
  • Prof. Dr. rer. nat. Roland Ulber / Bioverfahrenstechnik
  • Prof. Dr.-Ing. Erik von Harbou / Reaktions- und Fluidverfahrenstechnik

 

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