Wissenschaftlicher Mitarbeiter
M.A. Matthias Brandl
FB Maschinenbau und Verfahrenstechnik
Lehrstuhl für Thermodynamik
Technische Universität Kaiserslautern
Erwin-Schrödinger-Straße 44
Gebäude 44/419
67663 Kaiserslautern
Tel.: +49(0)631 205-2176
Fax: +49(0)631 205-3835
E-Mail: matthias.brandl[at]rptu.de

Projektbeschreibung
Ich bin Philosoph und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Reproducibility has Politics“ (2026–2029). Dieses Projekt wird von der Volkswagen-Stiftung gefördert und ermöglicht es mir, Wissenschaftsphilosophie in der Wissenschaft umzusetzen.
"Reproducibility has Politics” (2026-2029)
Es ist eine kuriose Beobachtung: Wissenschaftler:innen in computerintensiven Disziplinen kämpfen mit der Reproduzierbarkeit. Unverhofft und entgegen einer weit verbreiteten Annahme garantiert der Einsatz von Computern nicht die Wiederholung gleicher Ergebnisse. Während sich Rechenleistung, Algorithmen und Infrastrukturen rasant weiterentwickelt haben, hinken die Standards, die Wissenschaftlichkeit garantieren sollen, hinterher. Sollte ein Ergebnis nur dann als reproduzierbar gelten, wenn es auch Variationen in Hardware, Software, Parametern und Trainingsdaten erlaubt? Oder sollten umgekehrt bestimmte Variationen nicht zugelassen werden? Wer hat die Autorität – oder maßt sie sich an –, diese Standards festzulegen und damit die Balance zwischen Standardisierung und Pluralität zu bestimmen? Was muss als wissenschaftliche Strenge eingehalten werden, und was kann und sollte als innovative Abweichung begrüßt werden?
Unser Projekt zielt darauf ab, den aktuellen Diskurs über Reproduzierbarkeit zu kartieren und zu analysieren. Wir konzentrieren uns auf die Felder der computer-basierten Chemie und Thermodynamik. Unter Einbezug von Akteuren aus diesen Feldern integriert unsere Untersuchung Philosophie, Geschichte und Soziologie der Wissenschaft. Durch diesen transdisziplinären Ansatz untersuchen wir die komplexe Interaktion politischer und epistemischer Faktoren – insbesondere ob und wie bestimmte Standards für die Reproduzierbarkeit die Praxis in Richtung Vorhersage als ultimatives epistemisches Ziel lenken und damit auch die gesellschaftlichen Erwartungen an Wissenschaft steuern.
Veröffentlichungen / Vorträge / Poster
Veröffentlichungen
Brandl, Matthias & Johannes Lenhard: Der Non-Bias-Mythos. In: Verantwortungsblog. zevedi.de/der-non-bias-mythos/ [06.08.2024]. doi.org/10.60805/wh2f-7g22
Vorträge
M. Brandl: “Reproducibility Reloaded", Tag der Verfahrenstechnik - Fraunhofer ITWM, Kaiserslautern, 18.09.2025
M. Brandl: “Reproducibility in Machine Learning: Science as Competition”, EPSA 2025, Groningen, 27.-30.08.2025.
M. Brandl, J. Lenhard: “The Non-Bias Myth. A Popular Belief in AI and Machine Learning“, IACAP/AISB 2025, Enschede, 01.-03.07.2025.
Werdegang
| 10/1991 - 06/1997 | Studium der Philosophie und Sozialwissenschaften an der Freien Universität Berlin (Abschluss: Magister) |
| 07/1997 - 10/1999 | Freiberuflicher Trainer und Organisationsberater im öffentlichen Sektor |
| 11/1999 - 02/2002 | Wiss. Mitarbeiter am Institut Camino gGmbH |
| 03/2002 - 05/2020 | Freiberuflicher Trainer, Supervisor und Organisationsberater im öffentlichen Sektor |
| 06/2020 - 06/2023 | Wiss. Mitarbeiter am Institut für Kommunikation, Bildung und Information (KIB e.V.) |
| 10/2023 - | Wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Thermodynamik (LTD), RPTU Kaiserslautern - Landau |